Freitag, 21. Dezember 2012

Ende

Heute geht die Welt unter. Jedenfalls will ich, dass sie untergeht.
Und selbst wenn sie es, was wahrscheinlich ist, nicht tut, weiß ich dass das Ende naht.
Mein Ende. Mein ganz persönliches Ende.
Die Euphorie ist verflogen, ich bin müde und ausgelaugt, fühle mich leer und nutzlos.
Ich habe keine Kraft aufzustehen und will es auch nicht.
Am Liebsten würde ich für immer schlafen.
Einfach alles vergessen und nie wieder aufwachen.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Ich hasse den leeren Teil in mir, der mal deiner war.

Jetzt weiß ich was passiert, wenn die beiden wieder zusammenkommen. Jetzt weiß ich, was passiert wenn ich peinliche ICQ aways a la "Mae, ich liebe dich!" lesen muss.
Ich ticke aus. Absolut.
Heute hat mich Marie in der Mathe Stunde gefragt ob ich "was genommen hätte". Hatte ich nicht, ich war nur kurz davor schreiend aus der Klasse zu rennen.
"Es ist wegen diesem Typen. Du liebst ihn, oder?"
Tränen stiegen mir in die Augen, Marie nahm mich in den Arm, trotzdem fühlte ich mich immer noch klein, zerbrechlich und kaputt.



Sonntag, 2. Dezember 2012

Weil ich dich viel zu sehr mag.

Samstag Morgen: Ich komme nachhause, Mae sitzt mit meiner Mutter und meinem kleinen Bruder in der Küche, raucht und spielt Mensch ärgere dich nicht. Ich ärgere mich trotzdem. 
Wir gehen in mein Zimmer, sitzen auf dem Bett, rauchen, lachen, reden. Milan ruft an. Die beiden reden, sie sagt, dass sie noch bei mir ist und dass sie nur kurz bei ihm vorbeikommen kann. Er ist enttäuscht. Kurz nachdem sie aufgelegt haben bekommt Mae eine SMS. 
"Mae?" 
"Hm?" 
"Musst du nicht bald mal gehen?"
"Ne, eigentlich nicht ich.. Soll ich?"
"Ja, bitte."
Sie verlässt mein Zimmer so schnell es geht. Als sie weg ist verstecke ich mich unter der Bettdecke und entschließe mich nie wieder hervorzukommen. 
Später muss ich doch, weil Lisa anruft und fragt ob ich bei ihr schlafen will. Ich mache mich auf zur Bushaltestelle. 
Ich warte. Der Bus kommt nicht. Dafür kommt eine kleine, blonde Gestalt auf mich zugerannt. Isabel. Sie ist ziemlich drauf und schenkt mir eine fast volle Flasche Sekt. Wir fahren in die Stadt, rauchen eine Pfeife zusammen. Ich laufe, breit wie ich bin zur Bahnhaltestelle. In der Bahn treffe ich Luisa, die mich ununterbrochen volllabert. Sie fragt mich was ich mal werden will, ob ich Pläne habe etc. 
Habe ich nicht. Sage ich ihr natürlich nicht. 
Ich steige an der Endhaltestelle aus. Vor mir geht irgendwer. Dieser irgendwer ist ziemlich groß und trägt hässliche braune Jogginghosen. Milan. 
Ich spreche ihn nicht an obwohl klar ist, dass wir beide zu Lisa wollen. Als wir angekommen sind laufen wir türenknallend aneinander vorbei. Ich schimpfe ihn eine belanglose Person. Er sagt (und das sagt er wortwörtlich), dass ich ihn nicht so anfotzen soll. Ich fange an zu lachen, weil ich nicht nur straff, sondern auch mega besoffen bin. 
Er sagt nichts. Ich habe aufgehört zu lachen und starre auf die frischen Schnitte auf seinen Armen.

Samstag, 24. November 2012

Um zwölf Uhr nachts denk ich an dich

Gestern habe ich wie geplant bei Kim übernachtet.
Zuerst sind wir zu ihrem Freund, den ich jetzt einfach mal Jordan nenne, was natürlich in keinster Weise dem coolen englischen Namen gerecht wird, den er in Wirklichkeit trägt. Jordan wohnt in einer Hochhaussiedlung am Rande der Stadt. Wir betreten die Wohnung, von der Kim mir vorher erzählt hat, dass sie die größte im ganzen Haus sei. Ich bin wenig schockiert, weil ich schon des Öfteren in solchen Wohnungen gewesen bin. Kim und ich gehen in die schmale Küche, um uns Brote zu machen. Dort treffe ich auf Jordans Mutter. Ich versuche sie nicht anzustarren. Sie ist ein Contergan-Kind, naja viel mehr eine Contergan-Frau, sie hat keine Arme und auch nicht alle Finger. Weder Kim, noch Jordan, Rene oder ich verlieren ein Wort darüber.
Danach gehen wir zu Kim. Kims Zimmer sieht aus wie meins, nur mit ranzigeren Möbeln und ohne Liedtexte an der Wand. Dafür ist es noch schmutziger. Ich sage Kim, dass ich es hier liebe und setze mich auf ihr Bett um eine Kippe zu rauchen. Wir rauchen noch ein bisschen was, Kim komat ein bisschen, ich versuche sie runterzulabern, während Rene und ich alles mögliche frittieren. Zum Beispiel Brot.
Unsere Gespräche fangen irgendwo an und hören irgendwo auf. Wir sind dauernd am Lachen. So schön war ich lange nicht mehr breit. Rene geht um halb zehn oder so, danach sind Kim, Jordan und ich alleine. Wir rauchen noch mehr. Kim und ich setzen uns einander gegenüber auf das Bett. Wir grinsen uns an und fangen an miteinander rumzumachen.
Sie lacht und sagt, dass ich jetzt auch mit Jordan rummachen muss. Jordan tut so, als wüsste er nicht genau was er dazu sagen soll, dabei schmeißt er sich schon den ganzen Abend an mich ran.
Wir küssen uns.
Zum weiteren Verlauf des Abends, bzw. der Nacht soll nur gesagt sein, dass ich Kims Freund mehrmals davon abhalten muss, mir die Hose auszuziehen.
Am nächsten morgen wache ich auf, ich stelle fest, dass ich Kims Oberteil trage und zwar falschrum. Ohne etwas drunter.
Was Kim wohl trägt?
Das erfahre ich als ich ihr in der Küche begegne: Sie trägt einen Bademantel mit bunten Streifen.
Ich nehme mir Kims alten Prinzessinnen Becher aus dem Regal, fülle Wasser hinein und setze mich auf einen Stuhl.

Heute ist Milans Geburtstag.

Dienstag, 20. November 2012

Ablenkung

Ich versuche mich abzulenken, und das ganz ohne mich zu betäuben. Am Freitag schlafen Rene und ich bei Kim. Kim und ich verstehen uns ziemlich gut. Heute hat sie mir geholfen Milans Namen und dahinter ein fettes "lutscht Schwänze" an die Klowand zu schreiben. Das musste einfach sein. Ist mir egal wie kindisch das ist.

Dienstag, 6. November 2012

Sein wie ich.

Heute bin ich nach der ersten Stunde wieder nachhause. Am Bahnhof hab ich Nina getroffen, ihr gehts prima,
tolle Beziehung, bla.
Morgen machen wir zusammen blau, machen eigentlich nichts, bloß Pot rauchen und in der Gegend rumlaufen. Ich mag sie. Sie ist seltsam und verrückt und kann echt nervig sein, aber sie lenkt mich grade ziemlich gut von allem ab.
Gerade höre ich Sein wie ich von Maeckes. Ich finde Maeckes ehrlich gesagt ziemlich scheiße. Als Milan das letzte Mal hier war, meinte er ich solle auf den Text achten, was ich nicht gemacht habe, weil ich viel zu beschäftigt war darauf zu achten, nicht so zu zittern. Ich vermiss---

Montag, 5. November 2012

pfui, menschen

Ich hasse Lisa. Gott, wie ich sie hasse. Sie weiß wie kaputt mich die Geschichte zwischen Mae und Milan macht und sie kümmert sich kein bisschen darum. Es ist ihr einfach egal. Regt sich über Kleinigkeiten auf, für die ich nicht mal was kann. Ich hasse sie.

Ich hasse Milan. Verdammt, wie ich ihn hasse. Er benutzt Mae nur und sie merkt es nicht einmal. Er redet nicht mal mit ihr. Sie haben noch nie ein ernsthaftes Gespräch miteinander geführt. Ich hasse, wie er mich berührt, wenn er denkt, dass ich schlafe. Ich hasse die Blicke, die er mir zuwirft. Ich hasse ihn.

Mae ist noch die Normalste. Natürlich ist sie auf gewisse Art und Weise verrückt, aber das ist ja nicht schlimm. Es tut mir fast ein bisschen Leid, dass ich sie am Samstag nicht geküsst habe, aber ich werde nie wieder jemanden küssen, den ich auch nur ansatzweise gut leiden kann.



Mittwoch, 31. Oktober 2012

Menschen vom Mars.

Schule war wie immer heute. Ich saß in der Mathestunde und konnte Kims Herz neben mir immer noch laut klopfen hören, weil wir eben beinahe beim Rauchen auf der Schultoilette erwischt worden wären. Und das nur weil wir uns beide halb tot gelacht hatten, als sie mir zeigte was ihre Mutter ihr im betrunkenen Zustand auf einen ihrer abgetragenen Chucks gekritzelt hatte. Du bist das Besten was mir je passiert ist. Naja, es ist ja der Wille, der zählt.
David kam zu mir, fing an an meinen Haaren rumzuspielen, während Marie eine überdimensionale Biene in meinen Schulordner zeichnete. 
Endlich war auch die fünfte Stunde geschafft. In Musik schrieben Kim und ich ein Gedicht über einen Mann mit Raucherbein, das literarisch gesehen auf dem Niveau eines Schulanfängers war. Alle unsere Schulkameraden denen wir das Gedicht zeigten kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus, da auch der Humor dem eines Erstklässlers entsprach.
Ich fuhr nachhause und hörte Vagabund von Chapeau Claque, als ich im Bus saß. An der Haltestelle sah ich Milan, der mit seinem Fahrrad am Zebrastreifen stand. Wir blickten uns in die Augen und er fing an zu rennen. Er erwischte den Bus in dem ich saß. Seine Jogginghose (mit der er in seiner streng christlich orientierten Schule wohl definitiv der Einzige ist) schlackerte um seine mageren Beine. Er sah beinahe noch dünner aus als sonst.
Als wir uns unterhielten, sagte ich kaum etwas, weshalb er umso mehr redete. 
Danach ging ich zu meiner Uroma, die heute sage und schreibe ihren 70 (!) Hochzeitstag hat. 
Später gehe ich noch zu einer Freundin, sonst mache ich aber nichts groß an Halloween, was wohl daran liegt, dass ich kein megageiles SUPERGIRL-KOSTÜM besitze. 

Dienstag, 30. Oktober 2012

Geboren um frei zu sein.

Milan war da.
Einfach so. Ich lag grade im Bett und versuchte angestrengt an nichts zu denken, als es an der Tür klingelte.
Es klopfte an meiner Tür. "Ich bin nicht da." "Ich bins, Milan." 
Ich überlegte mir ob ich sagen sollte, dass ich das sehr wohl weiß und eben deshalb nicht zu sprechen bin, ließ es aber bleiben.
Er kam in mein Zimmer, fing an sich mit mir zu unterhalten, fragte was ich so mache. 
"Nichts", sage ich. "Wein trinken, Kette rauchen." Er sagte mir, dass ich lieber wieder auf Ganja umsteigen sollte. Ich schwieg.
Sein Blick fiel auf mein Regal. Darin lag ein kaputter Tetrapak.
"Du hast unseren angemalten Tetrapak kaputt gemacht." "Das war die Katze. Sie hat ihn zuerst gegen die Wand geworfen und hat ihn dann auf der Erde zertreten." "Schade irgendwie." "Wieso, war doch nur ein Tetrapak." 

Ich will wenigstens, dass du glaubst du seist mir egal.

Montag, 29. Oktober 2012

Ekel

Vorgestern war ich bei Lisa in der Wohnung. Ich kam rein, Lisa saß auf einer Matratze und löffelte in einem Topf voller undefinierbarem Nudelmatsch, Milan und Mae saßen auf einer der anderen Matratze. Am Liebsten wäre ich einfach wieder rückwärts raus gegangen. Da das schlecht möglich war, setzte ich mich neben Lisa und sah fern. Irgendwann gingen Mae und ich raus eine Kippe rauchen, kletterten durchs Fenster wieder in die Wohnung und fingen an Musik zu hören. Alles mögliche, in erster Linie peinliche Rapper wie Farid Bang und Haftbefehl.
Milan hatte keine Lust mitzumachen, er machte sein angenervtes Milan-Gesicht, dass er in letzter Zeit immer zieht. Seine Laune besserte sich auch nicht gerade, als Mae und ich anfingen die lächerlichen Broschüren vorzulesen, die ich bei einem Vortrag über Essstörungen mitgenommen hatte. Er machte ein gequältes Gesicht, während ich ihn dazu zu animieren versuchte Aussagen wie : "Wegen meines Gewichts werde ich häufig verspottet." mit ja oder nein zu beantworten, obwohl er der am wenigsten esssgestörteste Mensch ist, den ich kenne.
Also beschlossen wir fernzusehen. Das heißt, ich beschloss fernzusehen. Milan und Mae fingen an miteinander rumzumachen, ich schaute Southpark. Allerdings konnte ich nicht lange im Wohnzimmer sitzen bleiben, weil es mir immer hochkommt wenn ich sehe wenn die beiden sich küssen. Das klingt jetzt erstmal lustig, ist es aber gar nicht, weil es zum Beispiel vorkommen kann, dass die beiden zusammen auf einem Stuhl sitzen und sich küssen und dann-- Ich will gar nicht daran denken. Ich weiß nicht woher das kommt, ich weiß nur, dass es passiert.
Also ging ich zu Lisa in die Küche, setzte mich mit angezogenen Beinen wie ein Kleinkind auf einen Küchenstuhl und bat sie flüsternd mir Tee zu kochen.
Später, als er weg war und wir noch eine Tüte mit Leon geraucht hatten kuschelt Mae sich an mich. Ich fahre durch ihre langen, hübschen Haare. Und denke nach.
Ich bin nicht sauer auf sie. Wieso sollte ich auch? Ich hab ihr Milan weggenommen, als die beiden noch eine Beziehung hatten. Ich habe damit angefangen. Und sowieso ist es eigentlich nur seine Schuld.
Trotzdem weiß ich nicht, was passieren würde, sollten die beiden wieder zusammenkommen.



Freitag, 26. Oktober 2012

Ob ich will oder nicht.

Langsam weicht die Leere, die sich den letzten Monat über in mir angestaut hatte aus meinem Körper. Gestern habe ich Milan angerufen. Er hatte keine Zeit wegen irgendeinem Training, aber er war sichtlich enttäuscht darüber. Ich habe gesagt, ich werde ihn demnächst wieder anrufen, aber jetzt kann er erstmal warten.
Mae hat Recht: Wenn ich ihn habe oder mir seiner sicher bin, so sicher wie man sich bei ihm eben sein kann, fange ich an ihn wie Dreck zu behandeln. Ich bestehle und belüge ihn. Das ist mir egal, solange er da ist. Aber wenn er nicht mehr da ist werde ich zu einem kleinen Kind, dass mit Trauer nicht anders umgehen kann als alles in sich hineinzufressen. Sprichwörtlich.
Das ist vollkommen okay, solange das niemand mitkriegt. Ich bin die, die nie verliebt ist, die niemanden braucht.
Nichtmal Mae bemerkt es. Allerdings bemerke ich sehr wohl was mit ihr los ist, dass sie traurig ist, frustriert, nichts unternehmen will.
Sie liebt diesen Jungen und wird von ihm benutzt.

Und ja, ich bereue was ich gesagt habe. Ich bereue lachend gesagt zu haben, dass ich nichts für ihn empfinde und ich bereue es, heimlich nachts aus seinem Fenster gestiegen zu sein.


(Was ich nicht bereue, ist das ich Lisa bald Hormone geben werde, damit ihr ein Bart wächst. So, jetzt ist es raus.)

http://www.youtube.com/watch?v=HXANI4j0w4o

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Ton in Ton.

Heute hatte ich schulfrei. Und ich konnte heute Nacht tatsächlich schlafen. Was wohl daran lag, dass ich gestern nochmal mit Mae telefoniert habe und sie am Wochenende treffen werde. Wir haben über alles geredet. Darüber wie verlogen wir doch sind und wie sehr wir einander brauchen. Etwas ernüchternd das alles ohne den seligen Schleier von MDMA. Sie versucht sich in mich hineinzuversetzen, was sie auch schafft.
Naja, abgesehen von dieser einen Geschichte natürlich. Mae glaubt mir bereitwillig, wenn ich sage, dass ich keine Gefühle für Milan habe.Viel zu bereitwillig.
Die Einzige, die davon weiß ist Fo. Jedenfalls glaube ich, dass sie es weiß. Aber eben weil sie meine beste Freundin ist, spricht sie mich nicht darauf an. Was ich ihr sehr hoch anrechne. Ich schäme mich dafür. Ja, ich schäme mich mehr dafür, als für die Tage an denen ich mir schwöre nie wieder schwach zu werden und trotzdem wieder alles loswerde. An denen ich breche. An denen ich zusammenbreche.
Das Milan mein Geheimnis kennt, macht es nicht besser. Heute habe ich versucht in anzurufen. Habe eine Zigarette gedreht, stand mit brennender Kippe in meinem Zimmer und wartete. Es war besetzt. Er hat sich auch danach nicht mehr gemeldet.
Ohne ihn sind meine Tage eintönig. Ich sitze in meinem Zimmer, rauche Kette, schaue Skins, telefoniere jeden Abend mit Fo und stehe nur auf um zu essen und anschließend alles wieder loszuwerden. Zwischendrin höre ich immer wieder "DAS" von Chapeau Claque.


http://www.youtube.com/watch?v=B_CwIY-0Zbg