Wir sitzen draußen auf der Mauer vor Lisas Haus. Karl hat seinen Arm um mich gelegt. "Also ich will nicht nur mit dir rummachen, also du bist wunderhübsch und das alles, aber ich hab dir gerade so viele Dinge erzählt die niemand weiß, einfach weil ich glaube, dass du mich so wirklich verstehst, weißt du?"
"Ich dir doch auch." Und das stimmt. Ich habe ihm von meinem Problem mit dem Essen erzählt. Und er hat es einfach ausgesprochen. Hat nicht von der Sache, dem Problem oder meiner Krankheit gesprochen. Er hat den Namen dieser ekelhaften Sucht genannt und mich gefragt, warum ich "das mache".
Deshalb sage ich auch:
"Ich mag dich Karl, wir sollten Freunde sein.Gefühle kann ich nicht." während ich das sage drücke ich seine Hand. Fest.
"Ich glaube, du bist nur verletzt worden und jetzt denkst du es sei besser, überhaupt keine Gefühle mehr zuzulassen."
"Mmh, lass uns einfach spazieren gehen." Wir laufen durch die Gegend, halten uns an den Händen und machen nur Halt um uns auf eine Wiese zu legen und Musik zu hören. Ich trage Lisas Hausschuhe. Die mit den kleinen Totenköpfen drauf.
Um 6.00 laufen wir zurück zu Lisa. Gerade als ich die Tür aufdrücken will, hält er mich zurück und küsst mich. Verzweifelter als die Male davor irgendwie. Wir legen uns ins Bett und schlafen irgendwann schließlich ein. Gegen 10.00 stehe ich auf, winde mich aus Karls Umarmung und mache das was ich nach solchen Nächten immer mache:
"Morgen Lisa."
"Hey Zora. Und? Gut geschlafen?"
"Mhmmm..." "
"Willst du was frühstücken?"
"Ne, lass mal, hab heute irgendwie keine Lust zu essen."
"Kann ich verstehen, ich auch nicht."
"Lisa?"
"Ja?"
"Mein BH ist auf. Kannst du vielleicht..."
"Klar, immer doch."
"Danke, Lisa."
Die Nacht