Donnerstag, 12. Dezember 2013

Hallo, ich wär gern tot

Ich weiß, dass man das nicht sagen soll. Ist mir aber egal.
Ich bin anders geworden. Taub. Ich erkenne mich nicht mehr. Ich habe aufgehört Bücher zu lesen oder zu träumen. Ich bin gemein. Ich zwinge Leute, das zu tun, was ich möchte.
Und ich habe Hausarrest, weil ich chemische Drogen verkaufe.
Das ist der einzige Grund, warum ich über mein Leben nachdenke. Anton und ich haben Streit. Alles zieht an mir vorbei. Ich war länger nicht mehr als zwei Stunden in der Schule. Meine Haare sind weiß/grau, finden die Leute aber gut.
Meine Ma sagt, wenn man mir in die Augen sieht, sieht man gar nichts mehr.

Hier ein kleiner Auszug aus meinem Leben:

Ich bin seit ca. 30 Stunden wach. Mit einer halbleeren (man muss ja pessimistisch sein, nä) Flasche Sekt stehe ich in der Küche einer großen Villa in einem der reichsten Viertel der Stadt. Vor mir stehen drei verzweifelte Junkies die nach Teilen geiern, neben mir steht Phils 15 jährige Freundin Olive, der die Villa gehört.
"Habt ihr was?" Meine Stimme klingt hart und Olive zuckt zusammen.
"Nein, wir dachten du hättest uns zum chillen eingeladen, wir haben nur noch was für drei Lines wir wussten.."
"Ich hab Lust auf Speed. Ihr habt 10 Minuten."
Olive und ich gehen in ihr Zimmer. Die anderen fahren in die Stadt. Kommen zurück. Zu lange gebraucht, keine Teile. Ich schicke sie weg.
Nehme Olive in den Arm, lege mir eine Line und vergesse.

Hallo Welt, ich wär gern tot..


Dienstag, 23. Juli 2013

Nachtgespräche

Ich habe lange nicht mehr gebloggt.. das tut mir leid. Ich werde versuchen alles was in letzer Zeit vorgefallen ist in einem Gespräch zu erklären, wie es tatsächlich stattgefunden haben könnte bzw. teilweise auch hat.

Phil sitzt auf der Couch. Mein Kopf liegt in seinem Schoß. Die blonden Haare fallen ihm wirr ins Gesicht. Er raucht. Phil ist verdammt attraktiv und das weiß er auch. Vorsichtig streicht er mir die Haare aus dem Gesicht.
"Ich würde ihn am liebsten zusammenschlagen! Dieser Penner schläft im unteren Stock, während du hier heulend sitzt, weil er dich wieder geschlagen und zu sonst was gezwungen hat!"
Ich nehme einen Zug von seiner Kippe.
"Das bringt doch nichts, Phil. Ich habe Anton zu dem gemacht was er ist. Karl hat er mir verziehen, aber jetzt auch noch David?! Klar, dass er wütend ist. Das einzige was wir tun könnten, wäre ihn anzeigen."
"In was für einer Welt lebst du Zora?! Diese Schweine bekommen eine 2000 Euro Geldstrafe, mehr nicht!"
Phils Blick geht ins Leere. Nächsten Monat wird er mit lauter anderen Kindern, denen ähnlich schreckliche Sachen passiert sind in ein "Trauma Zeltlager" oder wie das heißt, fahren. Um Nachzudenken. Das gefällt mir nicht. Phil ist mein bester Freund.
"Dann nimm einfach einen anderen! Was ist mit Janik, Alex, David, Robin oder irgendeinem der anderen Typen, denen du in den letzten zwei Monaten den Kopf verdreht hast?"
"Du weißt, wieso ich was mit Robin angefangen habe!"
"Ah ja, da war was. Du und deine elende Liste. Ist es wirklich nötig jedem Jungen der Mal was mit Mae hatte das Herz zu brechen, nur weil sie mit Milan zusammen ist?"
"Ja, ist es. Und es sind ja nicht so viele. Nach Robin fehlt nur noch einer. Und wenn Milan sie lieber mag als mich, sollen wenigstens die anderen mich lieber haben."
"Maus, du bist verrückt. Lass uns Ravioli machen."

(Einfach nur zwei Schnappschüsse von mir..Das zweite wirkt etwas poserhaft, aber ich bin einfach nur betrunken ;) )











Samstag, 8. Juni 2013

Warten auf Nichts.

Ich stehe am Bahnhof. Wartend. Krame in meiner Tasche nach einem Feuerzeug, um meine Kippe anzuzünden. Werde nicht fündig. Lächle den fremden Typen an, der mit seinem Feuerzeug vor meiner Nase herumwedelt. Zünde die Kippe an. Rauche. Warte weiter.
Da kommt er. Mein Freund. Seine Dreads stehen wirr von seinem Kopf ab, er lächelt schief. Er ist dünn, circa 1.80 groß, mit reiner Haut und einem hübschen Gesicht.
Wir küssen uns.
"Zora, was geht?"
"Nicht viel. Wie war dein Tag, Anton?"


Samstag, 25. Mai 2013

Freedom

Er zieht mich an sich. Fängt an mich zu küssen, lange und innig. Bis er mich von sich stößt. "Das geht nicht, Zora. Das geht einfach nicht." Ich stehe auf, fange an zu weinen. Wir umarmen uns. So lange bis er eine Erektion bekommt. Das ist so lächerlich, dass ich kurz aufhöre zu weinen.
Ich stehe auf, er reicht mir meine Sachen, will mich nicht einmal zum Zug bringen. Ich mache das Lied Freedom aus dem Django Film an und ziehe mir Antons Jacke über. Karl versucht ein letztes Mal mich an sich zu ziehen. Ich lächle, blicke ihn mit großen, traurigen Augen an und knalle ihm eine, dass es nur so rauscht. "Fick dich doch, Matschgesicht!" ist das Letzte, das er von mir zu hören bekommt.
Als ich nachhause komme, ist das erste das ich vorfinde eine neue Nachricht in meinem Facebook Messenger. Die natürlich von Charlie ist.
"Ja klar bin ich gut nachhause gekommen, Charlie. War nur eben mit einer Freundin unterwegs."
Das wiederum wirft die Frage auf, wann mir endlich mal die Typen ausgehen.



Dienstag, 21. Mai 2013

Eiseskälte

Da stehst du. Am Gleis. Du bist der, den ich will, aber das sage ich nicht. Mir fällt auf wie wunderschön du bist. Ich bewege mich auf dich zu, wacklig wie ich bin, weil ich seit drei Tagen kaum etwas gegessen habe. Seit du weg bist. Ich falle dir um den Hals, frage wohin du unterwegs bist, obwohl ich es wissen sollte. Zu dir. Genau wie ich, aber das sage ich ebenfalls nicht. Ich will mit zu dir. Wir steigen in den Zug. Es regnet in Strömen, als wir ankommen. Du verkriechst dich in deiner Jacke. Da ist eine Bank. Sie ist nass und kalt, aber das ist egal.
"Zora, das mit uns beiden funktioniert nicht. Mae und die anderen wollen es einfach nicht."
"Ich vermiss dich aber."
"Ich dich auch, Zora. Aber es geht nicht." Ich blicke ihn mit großen Augen an. So wie Anton mich anblickte, als er von uns erfuhr.
"Ich sollte dich jetzt lieber zum Zug bringen."
"Ich will bei dir bleiben. Kitschige Dinge sagen und dann in deinen Armen einschlafen und glücklich sein. Ich will nur dich." Und dann fällt mir auf, dass es stimmt. Ich empfinde tatsächlich Liebe für diesen Menschen. Diesen einen Menschen. Den ich nicht haben darf.
Er bringt mich zum Zug. Seine Jogginghose schlackert um seine dünnen Beine. Wir umarmen uns. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und vergrabe meinen Kopf an seinem Hals.
Er dreht sich um und geht die Straße runter.
"Geh nicht fort. Bitte bleib hier. Bitte bleib bei mir, Karl."
Doch das hört er schon nicht mehr.

Frittenbude- Die Nacht

Dienstag, 30. April 2013

NEU

Es ist viel passiert. Deshalb habe ich länger nicht gebloggt.

1. Ich habe mich bei Milan entschuldigt. Er will aber nichts mit mir zu tun haben. Wahrscheinlich hat er mich deshalb letzte Woche geküsst.
2. Ich habe ein Zungenpiercing bekommen. Es ist mittlerweile völlig abgeheilt und sieht einfach nur mega aus.
3. Meine Mutter will ausziehen. Ich glaube diesmal meint sie es ernst. Sie hat eine neue Stelle als Ärztin in Worms.
4. Mein Vater trinkt wieder viel. Er hat einen neuen Plattenspieler und jedes Mal wenn er glaubt, dass ich in ein depressives Loch falle, kramt er alte Platten von Hazel o Connor oder Pink Floyd raus, während ich einfach nur trübsinnig auf der Couch herumhocke und Rauch an die Decke blase.
5. Meine Haare sind mittlerweile über einen halben Meter lang.
6. Ich habe Red kennengelernt. Ich habe sie so genannt, weil ihre Haare ebenso rot sind wie meine zu der Zeit, als ich in Berlin war. Sie hat eine Essstörung und ist mir langsam echt wichtig geworden.
7. Kim hat sich (endlich!) von Jordan getrennt (der gestern über den Balkon in ihr Zimmer geklettert ist!?) und ist jetzt mit Tim zusammen, der ein netter Kerl zu sein scheint. Ich verbringe in letzter Zeit fast jeden Tag mit ihr.
8. Ich habe unglaubliche (!) 36 Follower auf Tumblr. Muhahahaha!
9. Ich werde zum SPLASH gehen!!

Dienstag, 2. April 2013

Entschuldigungen Teil 1

Das Haus ist groß. Ziemlich groß. Und ziemlich rosa. Aber das trägt auch nicht mehr dazu bei, dass weniger Angst habe. Ich drücke auf die Klingel. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. 
Es vergeht eine halbe Ewigkeit, bis er endlich zur Tür kommt. Tom, der schuld an den meisten Schnitten auf meinem Körper ist. Tom wegen dem ich manchmal nicht in die Schule gehen konnte. Tom der mich fett genannt hat. Tom wegen dem ich das erste Mal Watte gegessen habe. Tom wegen dem ich anfing mich zu übergeben.
 Tom trägt blaue Chinos und ein weißes T-Shirt, das seine Muskeln noch mehr betonen soll. Als er mich sieht, lächelt er. Dieses gewinnende Lächeln, das alle Bonzenkinder draufhaben. Er erkennt mich nicht, deshalb wird sein Grinsen noch breiter. "Na?" fragt er.
"Kennst du mich noch?"  Er sieht genauer hin. Ich bin größer geworden und vor allem dünner. Meine Haare sind lang geworden. Ich trage keine Zahnspange mehr. 
"Ich bin hier, um mich zu entschuldigen. Wegen damals. Wegen der Bilder."  Das ist eine nette Umschreibung dafür, dass ich Nacktbilder von ihm überall in der Schule verteilt habe, auf die er noch immer geht. 
"Ach, das ist doch schon Ewigkeiten her. Aber stark, dass du jetzt noch vorbeikommst, echt stark." 
Wir plaudern noch eine Weile über Belanglosigkeiten und darüber, dass er aufhören soll, Lisa zu "ärgern", wie er es nennt. Dann gehe ich und er wünscht mir schöne Ferien. 
Ich habe mich schon lange nicht mehr so befreit gefühlt.

Donnerstag, 14. März 2013

Viel zu nett.

"Und? Wer hat die Zusage von der neuen Schule?" Anton lächelt. Er ist nett. Viel zu nett. Und ich sollte aufhören ihn anzulügen. Ich fange an zu weinen. Er hält mich fest.
"Zora, Zora, was ist denn los?"
"Ich weiß es nicht. Ich wär einfach gerne tot, verstehst du?" Ich trinke noch mehr Wein. Eine halbe Stunde später ist es Anton, der weint: "Ich will nicht, dass du mit mir Schluss machst. Aber ich bin ja eh nur einer von deinen Typen."
"Nein, bist du nicht." sage ich, obwohl ich mir da gar nicht mal so sicher bin. Und dennoch beende ich diese komische kleine Beziehung nicht. Nicht in dieser, und bisher auch in keiner anderen Nacht.
Und ich kann mir einfach nicht erklären, wieso.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Lügner

"Hast du heute überhaupt schon was gegessen, Anton?"
"Ja Mama, natürlich hab ich das, deshalb will ich ja auch jetzt nichts mehr, verstehst du das nicht?"
Lügner.

"Ich liebe dich, Zora."
"Du liebst mich?"
"Ja, schon die ganze Zeit."
"Wow, ich liebe dich, Anton."
Lügnerin.

Freitag, 15. Februar 2013

11. Februar 2013

Judith kommt mich von der Bushaltestelle abholen. Ich höre sie schon von Weitem.
"Zora, mir ist grad sowas Krasses passiert. Ich hatte grade was mit Anton!"
"Wow." sage ich und versuche so klingen als wäre mir das nicht vollkommen egal.
"Ja, aber dann hab ich ihn gefragt ob er auch was von mir wollen würde, wenn du da wärst und er meinte nein, weil... naja, weil du einfach verrückter bist."
"Ich bin nicht..." Wir sind an der Wohnung.
Anton liegt auf dem Bett. Judith kuschelt sich an ihn, er greift über sie hinweg und nimmt meine Hand. Judith fängt an ihn zu küssen. Ich kneife ihn in den Arm, sehe ihn an und schüttle den Kopf.
Er wendet sich von ihr ab und wir reden. Ich liebe betrunkene Menschen und ihre wirren Gedanken.
Ich küsse Judith auf den Mund. Ganz vorsichtig. Ganz sachte. Sie küsst mich zurück.
Irgendwann schlafen wir ein.
Anton weckt mich und wir machen miteinander rum. Ich tue so, als wollte ich bleiben, neben ihm einschlafen, neben ihm aufwachen.
Das will ich nicht.
Einfach weil ich enttäuscht wäre, weil es nicht Milan ist, der schlafend neben mir liegt.

Dienstag, 12. Februar 2013

10. Februar 2013

Als es dunkel wird verlasse ich das Haus. Ich bin bereits betrunken. Ich weiß zwar nicht wo ich hin soll, aber ich weiß, dass es gut wird. Es ist Fastnacht.
Betrunken wandere ich durch die Straßen. Ich rufe Mae an. Dann fällt mir auf, dass sie mich hasst. Ich laufe weiter, setze mich an eine Bushaltestelle und frage einen Typen nach einer Kippe. Er dreht mir eine, weil meine Hände so kalt sind. Wir steigen in den Bus und fahren irgendwohin, bis wir beschließen auszusteigen und spazieren zu gehen. Anton leiht mir seine Handschuhe. Wir reden. Ich höre mir seine Geheimnisse an. Wir küssen uns. 
Zusammen übernachten wir bei einer Freundin von ihm. Judith. Die beiden streiten sich, wer neben mir schlafen darf. Schließlich schlafe ich in der Mitte. Anton und ich fangen an miteinander rumzumachen und Judith verlässt das Zimmer.
Es ist gerade mal kurz nach acht, als ich aus der Wohnung schleiche. 

Freitag, 8. Februar 2013

Jeder Streit ein Gefecht

Ich schleudere den Topf mit voller Wucht auf den Boden. Das wird sicher hässliche Kratzer im Parkett geben.
"Hör auf meine Wohnung zu demolieren, du scheiß Verrückte!"
"Ich bin nicht verrückt, verdammt!"
"Natürlich bist du das! Und ich sag´ es dir andauernd, damit du das ja nicht vergisst!"
"Du hast sie doch selbst nicht mehr alle!"
"Ja, dann verschwinde doch einfach. Verschwinde aus meiner Wohnung, verschwinde aus meinem Leben! Ich will dich nie wieder sehen!" Lisas Stimme hat sich mittlerweile in ein wütendes Kreischen verwandelt.


Am nächsten Morgen liegen wir auf ihrer Couch, die aus zwei übereinander gelegten Matratzen besteht. Mein Kopf am einen, Lisas Kopf am anderen Ende.
"Hast du genug Decke Zora?"
"Ja, geht."
"Montag machen wir auf jeden Fall was zusammen, okay?"
"Gerne."

Dienstag, 5. Februar 2013

Verreck in der Hölle, M

Diese Phasen sind das Krasseste.
Ich bin irre motiviert, habe andauernd Lust irgendwas zu machen und kann vor Aufregung kaum schlafen. Ich kann Stunden damit verbringen rauchend in meinem Zimmer auf und ab zu gehen und habe massenhaft Ideen für Gedichte, Geschichten etc.
Nach den Wochen, in denen ich die meiste Zeit geschlafen oder gegessen habe, ist es unglaublich befreiend.
Allerdings weiß ich das mit dem Faschings-Wochenende ein gewaltiges Problem auf mich zukommt:
Wenn ich so drauf bin wie jetzt, ist es keine gute Idee unter vielen Menschen zu sein. Vor allem nicht betrunken.

Egal, gleich klau ich mir die Flasche Tequila die im Auto meiner Eltern ist und mach mich auf ne lange Nacht gefasst.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Filmriss

Milan ist kein Lügner. Dafür bin ich eine Lügnerin.
Die Wahrheit ist, dass mir jegliche Erinnerung an jene Nacht fehlt. 
Da sind einzelne Bilder, die in meinem Kopf auftauchen, die ich aber sofort wieder verdränge. 

Mittwoch, 30. Januar 2013

Lügenkönigin

Wir sitzen in der Bushaltestelle. Leon reicht mir die Tüte.
Und auf einmal sagt er:
"Scheiße, das mit dir und Milan. Ich meine, man hat einfach gemerkt, dass er wirklich auf dich stand. Wie er auch immer von dir geredet hat..Wir haben echt alle schon gesagt, dass er was mit dir anfangen soll und.."
"Schon okay, Leon."
"Außerdem könnten wir auch wieder viel öfter zusammen chillen, war doch immer ganz nett so.."
"Ja, war schön."
"Milan kommt übrigens gleich. Ihr verpasst euch irgendwie immer ganz knapp.", Er lächelt.
"Ich werde mal mit ihm reden, Zora."

Mein Bus kommt. Ich umarme Leon, steige ein und ärgere mich über das bekiffte Grinsen, das in meinem Gesicht festgeklebt zu sein scheint.

Erst später bemerke ich, dass wir eine ganze Stunde draußen saßen. Lisa fragt sich sicher schon wo Leon bleibt.

Sonntag, 27. Januar 2013

Getaggt.

Ich wurde getaggt. Von Antiheldin. 


1. Was würdest du am Liebsten perfekt können?
Manchmal wünsche ich mir, mehr ich selbst sein zu können. Und natürlich die Fähigkeit im Sportunterricht über stinkige, alte Kästen zu springen. Dazu komme ich aber etwas weiter unten.

2. Was hast du dieses Wochenende noch so vor?
Hm, nichts sonderlich Aufregendes. Ich war mit meiner Oma in Frankfurt, heute übernachte ich wahrscheinlich bei einer Freundin.

3. Was wünschst du dir gerade am Meisten?
Oh, das ist leicht. Das ich mir die Nase breche/ mit dem Fuß umknicke/ Grippe bekomme, damit ich morgen beim Sport keine Noten darauf bekomme, wie ich über den Kasten springe, oder vielmehr gegen den Kasten laufe. 


4. Wie kam es, dass du dir einen '2. Account' im Svz erstellt hast?
Ich bin auf andere 2. Accounts gestoßen und war beeindruckt wie viele andere Menschen es gibt die ähnliche Probleme haben wie ich. Außerdem habe ich über Svz meine jetzige beste Freundin kennengelernt, die leider viel zu weit weg wohnt.

5. Glaubst du, dass du Menschen gut manipulieren kannst?
Ja, leider meistens etwas zu gut.

6. Was hälst du von grundlosen Alkoholexzessen mit Freunden?
Finde ich, entgegen der landläufigen Meinung gut. Ich mag die sinnlosen Gespräche während des Besaufens und das "sich-gegenseitig-die-Haare-zurückhalten" beim anschließenden Kotzen gehen.

7. Wie sieht ein perfektes Date für dich aus?
Wir rauchen gaaanz viel Gras und gehen dann zusammen schaukeln.

8. Informierst du dich regelmäßig über das Geschehen in der Welt? (Anhand von Nachrichten im TV, Fernsehen, Zeitung. Die Bild und 'Promi-Klatsch' zählen nicht..)
Da mein Vater ungefähr fünfmal am Tag darauf besteht sich selbige anzusehen, gehen diese auch nicht spurlos an mir vorbei.

9. Hast du Freunde, denen du ausnahmslos alles erzählen kannst?
Niemand erzählt alles von sich. Ich zumindest nicht. Allerdings erzähle ich meiner bereits oben erwähnten Freundin aus Berlin jede Menge. Eigentlich so gut wie alles was mich gerade beschäftigt. Sie versteht mich ziemlich gut.
 
10. Glaubst du, du unterscheidest dich, rein optisch, stark von anderen Mädchen deines Alters?
Nein, nicht wirklich, glaube ich. Ich habe ein Tattoo, obwohl ich erst sechzehn bin und trage fast ausschließlich Creepers, aber sonst passe ich mich relativ gut an.

11. Man war das schwer, sich mal eben 10 Fragen einfallen zu lassen. Waren sie wenigstens passabel? 

Ja, doch war mal was anderes als die ganzen Fragen die ich sonst immer bekomme. Nein, ernsthaft als ob mich sonst irgendwer taggen würde.




(Achso, ja und ich werde niemanden zurücktaggen, was wahrscheinlich einer der Gründe ist, warum mich kein Mensch taggt.)


Sonntag, 20. Januar 2013

Monster

Ich bin besessen davon, Grenzen zu überschreiten.
Ich genieße es geradezu, Menschen zu verletzen. Ich genieße die Fassungslosigkeit in ihren starren Gesichtern. Genieße das Belügen, Betrügen und den wohligen Schauer, der mir dabei über den Rücken läuft.
Es ist ein Zwang, der mich dazu bringt, jedem das zu rauben, das er am meisten liebt.
Heute Nacht habe ich wieder von ihm geträumt. Er trat in der Gestalt eines anderen auf, trotzdem wusste ich intuitiv, dass er es war. Er bedeckte meinen Körper mit Küssen, während ich darüber nachdachte, wie ich  seiner Freundin alles beichtete. Ich stellte mir vor, wie sich ihre nagende Ungewissheit in schreckliche Gewissheit verwandeln würde. In meinem Traum tauchte sie nicht auf, allerdings geschah alles in ihrem Zimmer, welches mein Traum-Ich anscheinend in der Hoffnung ausgewählt hatte, sie möge vielleicht auftauchen.
Als ich aufwache, nehme ich mir vor, das Richtige zu tun.
Es ist egal, ob er ab und an den Anschein erweckt, er könnte an mir interessiert sein.
Ich darf nichts mit ihm anfangen, weil er mit seiner Freundin glücklich ist.
Aber vor allem darf ich nichts mit ihm anfangen, weil eine der Personen die ich am meisten liebe, so sehr an ihm hängt, dass es fast wehtut.

Montag, 7. Januar 2013

Was soll ich sagen, ich mag dich

Es ist Montag. Ich hasse Montage. Ich sitze in missmutig in der Sporthalle herum. David setzt sich neben mich und wirft dem Typen der im Tor steht eine Pfandflasche an den Kopf. Jetzt muss ich doch lachen. Der Kerl der im Tor steht, traut sich nicht mal uns anzuschauen, weil er anscheinend zu dem Teil der Schule gehört, die aufgrund seiner Ausraster Angst vor David haben.
Ich betrachte ihn mir genauer. Seine kaffeebraune Haut, die zwei Reihen gerader, weißer Zähne, die Augen die fast so schwarz sind wie seine Haare. Er ist um die 1.80 groß, dünn, aber nicht so abgemagert wie Milan und er hat diesen netten Jeans, Sneakers, Sweatshirt Style.
Ich frage mich, genauso wie die meisten anderen Mädchen von meiner Schule- was er gerade an mir findet.
"Weißt du was Zora? Wir sollten abhauen."
"Wohin denn?"
"Nach Holland, wir würden vielleicht bei einem Farmer in einer Scheune leben wo nur ein Bett drin ist und den ganzen Tag Gras rauchen und Teile fressen. Das wäre wunderschön, nicht?"
"Ja, das wärs."


Ich mag dich, David.

Dienstag, 1. Januar 2013

Die Nacht.

Wir sitzen draußen auf der Mauer vor Lisas Haus. Karl hat seinen Arm um mich gelegt. "Also ich will nicht nur mit dir rummachen, also du bist wunderhübsch und das alles, aber ich hab dir gerade so viele Dinge erzählt die niemand weiß, einfach weil ich glaube, dass du mich so wirklich verstehst, weißt du?"
"Ich dir doch auch." Und das stimmt. Ich habe ihm von meinem Problem mit dem Essen erzählt. Und er hat es einfach ausgesprochen. Hat nicht von der Sache, dem Problem oder meiner Krankheit gesprochen. Er hat den Namen dieser ekelhaften Sucht genannt und mich gefragt, warum ich "das mache".
Deshalb sage ich auch:
"Ich mag dich Karl, wir sollten Freunde sein.Gefühle kann ich nicht." während ich das sage drücke ich seine Hand. Fest.
"Ich glaube, du bist nur verletzt worden und jetzt denkst du es sei besser, überhaupt keine Gefühle mehr zuzulassen."
"Mmh, lass uns einfach spazieren gehen." Wir laufen durch die Gegend, halten uns an den Händen und machen nur Halt um uns auf eine Wiese zu legen und Musik zu hören. Ich trage Lisas Hausschuhe. Die mit den kleinen Totenköpfen drauf.
Um 6.00 laufen wir zurück zu Lisa. Gerade als ich die Tür aufdrücken will, hält er mich zurück und küsst mich. Verzweifelter als die Male davor irgendwie. Wir legen uns ins Bett und schlafen irgendwann schließlich ein. Gegen 10.00 stehe ich auf, winde mich aus Karls Umarmung und mache das was ich nach solchen Nächten immer mache:
"Morgen Lisa."
"Hey Zora. Und? Gut geschlafen?"
"Mhmmm..." "
"Willst du was frühstücken?"
"Ne, lass mal, hab heute irgendwie keine Lust zu essen."
"Kann ich verstehen, ich auch nicht."
"Lisa?"
"Ja?"
"Mein BH ist auf. Kannst du vielleicht..."
"Klar, immer doch."
"Danke, Lisa."

Die Nacht