Ich bin besessen davon, Grenzen zu überschreiten.
Ich genieße es geradezu, Menschen zu verletzen. Ich genieße die Fassungslosigkeit in ihren starren Gesichtern. Genieße das Belügen, Betrügen und den wohligen Schauer, der mir dabei über den Rücken läuft.
Es ist ein Zwang, der mich dazu bringt, jedem das zu rauben, das er am meisten liebt.
Heute Nacht habe ich wieder von ihm geträumt. Er trat in der Gestalt eines anderen auf, trotzdem wusste ich intuitiv, dass er es war. Er bedeckte meinen Körper mit Küssen, während ich darüber nachdachte, wie ich seiner Freundin alles beichtete. Ich stellte mir vor, wie sich ihre nagende Ungewissheit in schreckliche Gewissheit verwandeln würde. In meinem Traum tauchte sie nicht auf, allerdings geschah alles in ihrem Zimmer, welches mein Traum-Ich anscheinend in der Hoffnung ausgewählt hatte, sie möge vielleicht auftauchen.
Als ich aufwache, nehme ich mir vor, das Richtige zu tun.
Es ist egal, ob er ab und an den Anschein erweckt, er könnte an mir interessiert sein.
Ich darf nichts mit ihm anfangen, weil er mit seiner Freundin glücklich ist.
Aber vor allem darf ich nichts mit ihm anfangen, weil eine der Personen die ich am meisten liebe, so sehr an ihm hängt, dass es fast wehtut.
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