Das Haus ist groß. Ziemlich groß. Und ziemlich rosa. Aber das trägt auch nicht mehr dazu bei, dass weniger Angst habe. Ich drücke auf die Klingel. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.
Es vergeht eine halbe Ewigkeit, bis er endlich zur Tür kommt. Tom, der schuld an den meisten Schnitten auf meinem Körper ist. Tom wegen dem ich manchmal nicht in die Schule gehen konnte. Tom der mich fett genannt hat. Tom wegen dem ich das erste Mal Watte gegessen habe. Tom wegen dem ich anfing mich zu übergeben.
Tom trägt blaue Chinos und ein weißes T-Shirt, das seine Muskeln noch mehr betonen soll. Als er mich sieht, lächelt er. Dieses gewinnende Lächeln, das alle Bonzenkinder draufhaben. Er erkennt mich nicht, deshalb wird sein Grinsen noch breiter. "Na?" fragt er.
"Kennst du mich noch?" Er sieht genauer hin. Ich bin größer geworden und vor allem dünner. Meine Haare sind lang geworden. Ich trage keine Zahnspange mehr.
"Ich bin hier, um mich zu entschuldigen. Wegen damals. Wegen der Bilder." Das ist eine nette Umschreibung dafür, dass ich Nacktbilder von ihm überall in der Schule verteilt habe, auf die er noch immer geht.
"Ach, das ist doch schon Ewigkeiten her. Aber stark, dass du jetzt noch vorbeikommst, echt stark."
Wir plaudern noch eine Weile über Belanglosigkeiten und darüber, dass er aufhören soll, Lisa zu "ärgern", wie er es nennt. Dann gehe ich und er wünscht mir schöne Ferien.
Ich habe mich schon lange nicht mehr so befreit gefühlt.
Dienstag, 2. April 2013
Donnerstag, 14. März 2013
Viel zu nett.
"Und? Wer hat die Zusage von der neuen Schule?" Anton lächelt. Er ist nett. Viel zu nett. Und ich sollte aufhören ihn anzulügen. Ich fange an zu weinen. Er hält mich fest.
"Zora, Zora, was ist denn los?"
"Ich weiß es nicht. Ich wär einfach gerne tot, verstehst du?" Ich trinke noch mehr Wein. Eine halbe Stunde später ist es Anton, der weint: "Ich will nicht, dass du mit mir Schluss machst. Aber ich bin ja eh nur einer von deinen Typen."
"Nein, bist du nicht." sage ich, obwohl ich mir da gar nicht mal so sicher bin. Und dennoch beende ich diese komische kleine Beziehung nicht. Nicht in dieser, und bisher auch in keiner anderen Nacht.
Und ich kann mir einfach nicht erklären, wieso.
"Zora, Zora, was ist denn los?"
"Ich weiß es nicht. Ich wär einfach gerne tot, verstehst du?" Ich trinke noch mehr Wein. Eine halbe Stunde später ist es Anton, der weint: "Ich will nicht, dass du mit mir Schluss machst. Aber ich bin ja eh nur einer von deinen Typen."
"Nein, bist du nicht." sage ich, obwohl ich mir da gar nicht mal so sicher bin. Und dennoch beende ich diese komische kleine Beziehung nicht. Nicht in dieser, und bisher auch in keiner anderen Nacht.
Und ich kann mir einfach nicht erklären, wieso.
Mittwoch, 27. Februar 2013
Lügner
"Hast du heute überhaupt schon was gegessen, Anton?"
"Ja Mama, natürlich hab ich das, deshalb will ich ja auch jetzt nichts mehr, verstehst du das nicht?"
Lügner.
"Ich liebe dich, Zora."
"Du liebst mich?"
"Ja, schon die ganze Zeit."
"Wow, ich liebe dich, Anton."
Lügnerin.
"Ja Mama, natürlich hab ich das, deshalb will ich ja auch jetzt nichts mehr, verstehst du das nicht?"
Lügner.
"Ich liebe dich, Zora."
"Du liebst mich?"
"Ja, schon die ganze Zeit."
"Wow, ich liebe dich, Anton."
Lügnerin.
Freitag, 15. Februar 2013
11. Februar 2013
Judith kommt mich von der Bushaltestelle abholen. Ich höre sie schon von Weitem.
"Zora, mir ist grad sowas Krasses passiert. Ich hatte grade was mit Anton!"
"Wow." sage ich und versuche so klingen als wäre mir das nicht vollkommen egal.
"Ja, aber dann hab ich ihn gefragt ob er auch was von mir wollen würde, wenn du da wärst und er meinte nein, weil... naja, weil du einfach verrückter bist."
"Ich bin nicht..." Wir sind an der Wohnung.
Anton liegt auf dem Bett. Judith kuschelt sich an ihn, er greift über sie hinweg und nimmt meine Hand. Judith fängt an ihn zu küssen. Ich kneife ihn in den Arm, sehe ihn an und schüttle den Kopf.
Er wendet sich von ihr ab und wir reden. Ich liebe betrunkene Menschen und ihre wirren Gedanken.
Ich küsse Judith auf den Mund. Ganz vorsichtig. Ganz sachte. Sie küsst mich zurück.
Irgendwann schlafen wir ein.
Anton weckt mich und wir machen miteinander rum. Ich tue so, als wollte ich bleiben, neben ihm einschlafen, neben ihm aufwachen.
Das will ich nicht.
Einfach weil ich enttäuscht wäre, weil es nicht Milan ist, der schlafend neben mir liegt.
"Zora, mir ist grad sowas Krasses passiert. Ich hatte grade was mit Anton!"
"Wow." sage ich und versuche so klingen als wäre mir das nicht vollkommen egal.
"Ja, aber dann hab ich ihn gefragt ob er auch was von mir wollen würde, wenn du da wärst und er meinte nein, weil... naja, weil du einfach verrückter bist."
"Ich bin nicht..." Wir sind an der Wohnung.
Anton liegt auf dem Bett. Judith kuschelt sich an ihn, er greift über sie hinweg und nimmt meine Hand. Judith fängt an ihn zu küssen. Ich kneife ihn in den Arm, sehe ihn an und schüttle den Kopf.
Er wendet sich von ihr ab und wir reden. Ich liebe betrunkene Menschen und ihre wirren Gedanken.
Ich küsse Judith auf den Mund. Ganz vorsichtig. Ganz sachte. Sie küsst mich zurück.
Irgendwann schlafen wir ein.
Anton weckt mich und wir machen miteinander rum. Ich tue so, als wollte ich bleiben, neben ihm einschlafen, neben ihm aufwachen.
Das will ich nicht.
Einfach weil ich enttäuscht wäre, weil es nicht Milan ist, der schlafend neben mir liegt.
Dienstag, 12. Februar 2013
10. Februar 2013
Als es dunkel wird verlasse ich das Haus. Ich bin bereits betrunken. Ich weiß zwar nicht wo ich hin soll, aber ich weiß, dass es gut wird. Es ist Fastnacht.
Betrunken wandere ich durch die Straßen. Ich rufe Mae an. Dann fällt mir auf, dass sie mich hasst. Ich laufe weiter, setze mich an eine Bushaltestelle und frage einen Typen nach einer Kippe. Er dreht mir eine, weil meine Hände so kalt sind. Wir steigen in den Bus und fahren irgendwohin, bis wir beschließen auszusteigen und spazieren zu gehen. Anton leiht mir seine Handschuhe. Wir reden. Ich höre mir seine Geheimnisse an. Wir küssen uns.
Zusammen übernachten wir bei einer Freundin von ihm. Judith. Die beiden streiten sich, wer neben mir schlafen darf. Schließlich schlafe ich in der Mitte. Anton und ich fangen an miteinander rumzumachen und Judith verlässt das Zimmer.
Es ist gerade mal kurz nach acht, als ich aus der Wohnung schleiche.
Freitag, 8. Februar 2013
Jeder Streit ein Gefecht
Ich schleudere den Topf mit voller Wucht auf den Boden. Das wird sicher hässliche Kratzer im Parkett geben.
"Hör auf meine Wohnung zu demolieren, du scheiß Verrückte!"
"Ich bin nicht verrückt, verdammt!"
"Natürlich bist du das! Und ich sag´ es dir andauernd, damit du das ja nicht vergisst!"
"Du hast sie doch selbst nicht mehr alle!"
"Ja, dann verschwinde doch einfach. Verschwinde aus meiner Wohnung, verschwinde aus meinem Leben! Ich will dich nie wieder sehen!" Lisas Stimme hat sich mittlerweile in ein wütendes Kreischen verwandelt.
Am nächsten Morgen liegen wir auf ihrer Couch, die aus zwei übereinander gelegten Matratzen besteht. Mein Kopf am einen, Lisas Kopf am anderen Ende.
"Hast du genug Decke Zora?"
"Ja, geht."
"Montag machen wir auf jeden Fall was zusammen, okay?"
"Gerne."
"Hör auf meine Wohnung zu demolieren, du scheiß Verrückte!"
"Ich bin nicht verrückt, verdammt!"
"Natürlich bist du das! Und ich sag´ es dir andauernd, damit du das ja nicht vergisst!"
"Du hast sie doch selbst nicht mehr alle!"
"Ja, dann verschwinde doch einfach. Verschwinde aus meiner Wohnung, verschwinde aus meinem Leben! Ich will dich nie wieder sehen!" Lisas Stimme hat sich mittlerweile in ein wütendes Kreischen verwandelt.
Am nächsten Morgen liegen wir auf ihrer Couch, die aus zwei übereinander gelegten Matratzen besteht. Mein Kopf am einen, Lisas Kopf am anderen Ende.
"Hast du genug Decke Zora?"
"Ja, geht."
"Montag machen wir auf jeden Fall was zusammen, okay?"
"Gerne."
Dienstag, 5. Februar 2013
Verreck in der Hölle, M
Diese Phasen sind das Krasseste.
Ich bin irre motiviert, habe andauernd Lust irgendwas zu machen und kann vor Aufregung kaum schlafen. Ich kann Stunden damit verbringen rauchend in meinem Zimmer auf und ab zu gehen und habe massenhaft Ideen für Gedichte, Geschichten etc.
Nach den Wochen, in denen ich die meiste Zeit geschlafen oder gegessen habe, ist es unglaublich befreiend.
Allerdings weiß ich das mit dem Faschings-Wochenende ein gewaltiges Problem auf mich zukommt:
Wenn ich so drauf bin wie jetzt, ist es keine gute Idee unter vielen Menschen zu sein. Vor allem nicht betrunken.
Egal, gleich klau ich mir die Flasche Tequila die im Auto meiner Eltern ist und mach mich auf ne lange Nacht gefasst.
Ich bin irre motiviert, habe andauernd Lust irgendwas zu machen und kann vor Aufregung kaum schlafen. Ich kann Stunden damit verbringen rauchend in meinem Zimmer auf und ab zu gehen und habe massenhaft Ideen für Gedichte, Geschichten etc.
Nach den Wochen, in denen ich die meiste Zeit geschlafen oder gegessen habe, ist es unglaublich befreiend.
Allerdings weiß ich das mit dem Faschings-Wochenende ein gewaltiges Problem auf mich zukommt:
Wenn ich so drauf bin wie jetzt, ist es keine gute Idee unter vielen Menschen zu sein. Vor allem nicht betrunken.
Egal, gleich klau ich mir die Flasche Tequila die im Auto meiner Eltern ist und mach mich auf ne lange Nacht gefasst.
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